Unsere Träume

Südspanien, das Mittelmeer und Portugals Süden - für die einen verspricht die iberische Halbinsel Sonne, Wärme, ein neues Lebensgefühl, für die anderen verkörpert sie die Hoffnung auf ein finanziell besseres Leben. Hier, an den sonnenbeschienen Küsten Europas, treffen, wie in kaum einer anderen Region der Welt, die unterschiedlichsten Formen der Migration und der zu ihr führenden Träume aufeinander. Seit Mitte der 80er Jahre verzeichnen Portugal und Spanien einen stetigen Zustrom an überwiegend nordeuropäischen Menschen, die auf der Suche nach alternativen Lebensformen oder einem Ruhesitz in angenehmen klimatischen Verhältnissen sind. Ebenso machen sich viele Arbeitsmigranten auf den Weg in diese Länder. Die kaum versiegende Nachfrage in den Monokulturen des Landes sowie im immer fließenden Tourismus versprechen ein finanziell besseres Leben. Dieselbe Hoffnung treibt neben Bewohnern des afrikanischen Kontinents auch viele Osteuropäer dazu, ihre Heimat hinter sich zu lassen. Für jeden der Auswanderer sind die Mauern unterschiedlich hoch.

Die einen können sich durch EU Bürgerschaft ohne Probleme niederlassen, Arbeit aufnehmen oder ihre Rente beziehen, die nächsten haben es durch Länderabmachungen oder postkoloniale Bestimmungen leichter an Aufenthaltsgenehmigungen zu kommen, während wieder andere bei der Überquerung der Grenzen ihr Leben aufs Spiel setzten. Erfüllt sich der „Traum vom Auswandern“? Wie beeinflusst der Ausgangspunkt der Menschen das, was sie in dieser Region finden? Und wie verändern sich die Orte durch die Migranten?

Gemeinsam mit der Fotojournalistin Lioba Keuck machte ich mich auf die Suche nach den verschiedenen Spuren der Auswanderer, ihren unterschiedlichen Träumen, Motivationen und Lebensrealitäten.

Die Arbeit wird diesen Winter fortgesetzt.